name
Noël Fischer
data
Zürich CH
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website
http://www.noelfischer.ch































description
Projektbeschrieb für eine Raum-/Toninstallation
O LUGAR DO CRIME (DER ORT DES VERBRECHENS)
Galeria Monumental, Lissabonn
Die Installation fand im Hof der Galerie und in 5 Bogenfenstern eines angrenzenden Gebäudes statt.
Inspiriert ist das Projekt durch journalistische Texte des Schriftstellers Dino Buzzati, welche Verbrechen im Mailand der 40-er bis 60-er Jahre besprechen.
Nachdem man die zwei Räume der Galerie durchschritten hat, betritt man durch zwei Türen den Hof. Man erhält MP3 Player, welche Textausschnitte mit einem Soundscape enthalten, die einem durch die Installation begleiten.
In der Mitte des Hofes befindet sich ein Kiesfeld, welches mit einem 64- teiligen Stadtplan von Mailand bedeckt ist (Bilder, Acryl auf Leinwand, total ca. 60 m2).
Hinter 5 Bogenfenstern eines Nebengebäudes sind 5 Räume aufgebaut, welche man nur durch kleine öffnungen in einem Kalkanstrich sieht. Der Blick ist dadurch gelenkt und erlaubt ein Spiel mit der Perspektive. Die Räume sind als "Bühnenbilder" für die minuziösen Schilderungen der Polizeirapporte und für die Kolumnen Buzzatis gebaut. Das Interesse gilt lediglich dem Raum, vollständig fehlen Personen (Täter wie Opfer), sowie Spuren des Verbrechens (Tatwerkzeuge, Blut, etc.)
Auch die Textauszüge beschreiben in erster Linie den Ort und teils den sozialen Kontext eines Verbrechens, nicht aber das Verbrechen selber. Sie werden von professionellen Sprechern (Schauspielern) in der Originalsprache italienisch sowie in portugiesisch und deutsch gelesen. Sie sind hinterlegt durch eine "Soundscape", eine Kulisse aus Geräuschen und Musikfetzen, die eine emotionale, besondere Stimmung schaffen.
Die Aufmerksamkeit richtet sich auf den Ort, auf die Banalität und Neutralität eines Ortes. Was interessiert, ist die subjektive Wahrnehmung eines Ortes und auch wie diese durch Erzählungen, Nachrichten, Bilder, Assoziationen und ein Soundtrack beeinflusst wird. Was macht einen Ort düster, finster, romantisch, angenehm? Warum?
Da die Verbrechen und deren Protagonisten in Bild und Ton ausgeklammert werden, ist der Besucher aufgefordert sich seine eigene, neue Geschichte dazu zu erschaffen.
Die Installation bezieht sich zwar konkret auf die Stadt Mailand, dies verhindert aber nicht, dass Bezüge zum realen Hof der Lissabonner Galerie hergestellt werden.
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